Was ist Bhakti?

Befindet sich der Gläubige in einem moralischen Dilemma, kann er sich an einen Guru wenden. Ihm kann aber nur geholfen werden, wenn er aufrichtige Liebe zu der Gottheit verspürt, die hinter dem Lehrer steht. Diese Gottesliebe wird Bhakti genannt. Ohne diese Liebe wird das Interesse des Handelnden immer dem eigenen Vorteil dienen. Das aber bedeutet Verhängnis, vor dem nur Krishna bewahren kann.

Bhakti (Sanskrit, f., भक्ति, bhakti, Hingabe, Liebe) bezeichnet im Hinduismus Liebe oder emotionale Hinwendung zu Gott – etwa in Form von Krishna oder Shiva – sowie die Gewissheit der Liebe Gottes zum Menschen.

Seit dem 7. Jh. in Südindien und seit dem 15. Jh. in Nordindien waren es vor allem die Bhakti-Bewegungen, die gegen die Macht der Tempel und der Priester Stellung bezogen. Bhakti, die liebende Zuwendung, kennzeichnet die Beziehung zwischen Mensch und Gott, welche das vedische Opfer ablöste und zugleich die intellektuelle Suche nach erlösendem Wissen in eine starke emotionale Beziehung einbindet. Das abstrakte Brahman der Upanishaden wird in Göttern wie Krishna, Shiva, Devi oder auch dem Guru als deren Repräsentanten, zur ansprechbaren Person. Dies findet seinen schönsten Ausdruck in der Bhagavad Gita.

Und der Yoga, der zunächst nur die Disziplinierung der eigenen Sinne und Gedanken zum Ziel hatte, bekommt mit Bhakti Yoga ein größeres Ziel: die Anbindung oder Identifikation des Individuums mit Gott durch Liebe. Die anderen drei Yogawege sind: Jnana Yoga (Weg der Erkenntnis), Karma Yoga, (Erlösung durch Taten ohne Anhaftung) und Raja Yoga, („Königsyoga“). Bhakti Yoga ist somit als ein gefühlsbetonter Gegenpol zum eher intellektuellen Weg des Jnana Yoga zu sehen, der Wissen und Erkenntnis in den Vordergrund stellt.

Auch im Integralen Yoga von Sri Aurobindo kann die Liebe zu einem Persönlichen Gott von großer Bedeutung sein. Um jedoch die Zielsetzung einer transzendenten Weltflucht zu vermeiden, empfiehlt er, diese Empfindungen und Gefühle auch auf die Gemeinschaft Gleichgesinnter und weiterhin auf alle Menschen, alle Geschöpfe und alle Erscheinungen des diesseitigen Kosmos auszuweiten.

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