Welche wesentlichen Aussagen enthält die Schahada?

Das Glaubensbekenntnis der Muslime enthält zwei wesentliche Aussagen, und zwar: „Es gibt keine Gottheit außer dem einzigen Gott (außer Allah)“ und „Mohammed ist der Gesandte (Prophet) Gottes“.

Die Schahada الشهادة‎ / aš-šahāda, aus dem Verb schahida / شهد ‎ / šahida /„bezeugen“ (auch im juristischen Sinne)abgeleitet, ist das Glaubensbekenntnis des Islams:

Lā ilāha illa ʾllāh(u) لا إله إلا الله‎ : „Es gibt keinen Gott außer Gott“ ist der erste Teil des Glaubensbekenntnisses und kommt in dieser Form im Koran an zwei Stellen vor: in Sure 37:35 und in Sure 47:19. Der zweiten Teil des Glaubensbekenntnisses ist die Bestätigung von Mohammeds Prophetie als Gesandter Gottes:
Muḥammadun rasūlu ʾllāh(i) – محمد رسول الله‎ – Mohammed ist der Gesandte Gottes.
Somit spricht man im islamischen Recht und in der Theologie von den zwei Glaubensbekenntnissen: asch-schahadatan الشهادتان‎ / aš-šahādatān

Die Schiiten fügen meist noch einen dritten Satz hinzu:

ʿAlīy walīyu ʾllāh(i) – علي ولي الله‎ – Ali ist der Freund Gottes.
Beim Gebetsruf werden beide Teile dieser ursprünglich asyndetischen Konstruktion im Arabischen mit der Konjunktion wa و‎ („und“) verbunden und mit dem konjugierten Verb: aschhadu an أشهد أن‎ „Ich bezeuge, dass…“ eingeleitet.

Das islamische Glaubensbekenntnis, das jedem Gebet vorausgeht, lautet:

Aschhadu an lā ilāha illa ʾllāh(u) wa-aschhadu anna Muhammadan rasūlu ʾllāh(i):„ich bezeuge, daß es keinen Gott außer Gott gibt und daß Mohammed der Gesandte Gottes ist“

Im profanen Leben erscheint die Schahada auf umayyadischen Münzen bereits gegen 705-714. Auf der Vorderseite (oder am Rand)steht: la ilāha illa ʾllāh…; auf der Rückseite: Muḥammad rasūlu ʾllāh; am Rand steht das Prägungsdatum.[3]

Manche Sufis (islamische Mystiker) lehnen zwar die zwei zusätzlichen Teile ab und übersetzen den ersten Teil mit:

„Es gibt Allah“ bzw. „Es gibt nichts, sondern nur den Einen (die Einzigkeit; arabisch tauhid)“
Die meisten Sufis sind allerdings der Ansicht, dass gerade der zweite Teil der Schahada sehr wichtig ist, weil Schaitan (arabisch für Satan) selbst ebenfalls den ersten Teil der Schahada akzeptiert. Schließlich weiß er selber sehr genau, dass es nur einen einzigen Gott gibt; Mohammed als Propheten lehnt er jedoch ab.

Die Schahada ist auch der Schriftzug auf der Flagge von Saudi-Arabien, des Staates, dessen Territorium die Heimat des Propheten Mohammed einschließt.

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